Geschichte

Gründungsgeschichte 

Schon vor der Jahrhundertwende wurde in Rastatt die Volksmusik durch die Dörfler- und Unterstadt-Kapelle gepflegt. Da aber keine dieser Kapellen lebensfähig war, haben sich diese beiden Kapellen vereinigt und so erfolgte im Jahre 1902 die Gründung des Musikvereins Harmonie. Die Gründungsmitglieder waren Karl Berg, Adolf Brunner, Bernhard Brunner, Friedrich Brunner, Karl Brunner, Karl Karius, Karl Klumpp, Max Mutz, Karl Oberst, Anton Oettinger, Franz Peter und Philipp Riedinger. Die musikalische Leitung der Kapelle hatte damals der ehemalige Militärmusiker Karl Berg.

Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder einigermaßen geordnete Verhältnisse eingetreten waren, konnte nach Rückkehr einiger Kameraden aus der Kriegsgefangenschaft dem Wunsche zur Neuaufstellung unserer Musikkapelle näher getreten werden. Da aber nach den bestehenden Bestimmungen eine uniformierte Feuerwehrkapelle nicht mehr bestehen durfte, musste auf Vereinsbasis aufgebaut werden. Die Vorarbeiten hierzu wurden von den Herren Kirsch und Meister geleistet.

Nach Erledigung der vorgeschriebenen Formalitäten zur Gründung des Musikvereins und nach Genehmigung durch die Militärregierung fand am 26. Juli 1947 im Gasthaus "zum Bären" die Gründungsversammlung statt, zu welcher 27 Interessenten erschienen waren. Die Versammlung wurde von Herrn Otto Meister geleitet, der in seinen einleitenden Worten die Schwierigkeiten bekannt gab, die zu überwinden waren, bevor zur Versammlung aufgerufen werden konnte. Nachdem Herr Kirsch in seinen Ausführungen über Zweck und Ziele einer Blaskapelle gesprochen hatte, ergriff Carl Peter, 1. Vorsitzender des MGV Liederkranz, das Wort, und sprach aufmunternde Worte zur Gründung des Vereins. Hierauf wurde der Verein aus der Taufe gehoben unter dem Namen Stadtkapelle Rastatt. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 23. 1. 1949 wurde Herr H. Schwarzkopf zum 1. Vorsitzenden gewählt.



Vorsitzende

Im Jubiläumsjahr 1952 übernahm Kurt Erlacher den Vorsitz der Stadtkapelle Rastatt. Seine Nachfolger waren Helmut Guth, Herbert Knaupp und Wolfgang Hirsch. Der zuletzt Genannte war 16 Jahre lang (1975 bis 1991) Vorsitzender der Stadtkapelle. Seit März 1991 steht nun Peter Welz an der Spitze des Vereins.



Dirigenten

1951 übernahm Stabsmusikmeister a.D. Artur Ellbogen die musikalische Leitung der Stadtkapelle. Von I960 bis 1967 gab Karl Steeb am Dirigentenpult den Ton an. Stadtmusikdirektor Alfons Kirsch wurde 1976 von Werner Haberstroh abgelöst, der einem neuen, modernen Sound der Stadtkapelle zum Durchbruch verhalf. Ab 1983 wurde das Klangbild der Stadtkapelle von Stadtmusikdirektor Pal Molnar geprägt. Ihm folgte Theo Wild im Jahre 1994, bis er 1998 von Joachim Heck abgelöst wurde, der die Kapelle bis 2002 leitete. Ihm Jahr 2003 übernahm Ingo Lippok das Amt des Dirigenten bei der Stadtkapelle Rastatt. Von Ende 2005 bis 2008 leitete Petra Tuschla-Hoffmann das Orchester, bis sie Anfang 2008 von Joachim Kölmel abgelöst wurde.



Traditionelle Auftritte und Veranstaltungen 

In den 50er und 60er Jahren veranstaltete die Stadtkapelle jeweils am 1. Weihnachtsfeiertag ein Weihnachtskonzert und zu Beginn des neuen Jahres einen Weihnachts- und Familienabend in der Fruchthalle. Tradition war zu dieser Zeit auch eine Nikolausfeier am 6. Dezember und ein Maskenball in der Faschingszeit.

Am Büß- und Bettag 1973 veranstaltete die Stadtkapelle ihr erstes Herbstkonzert in der Niederbühler Sporthalle. Im Jahre 1990 wurde nach 17 Herbstkonzerten in Niederbühl das erste Herbstkonzert in der neuen Badner Halle in Rastatt abgehalten. Das Herbstkonzert bleibt auch weiterhin fester Bestandteil im Programm der Stadtkapelle Rastatt. Beim Rastatter Stadtfest, der Badischen Ausstellung, dem Fastnachtsumzug und bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes ist die Stadtkapelle stets mit musikalischen Beiträgen präsent. 



Besondere Anlässe

1952
   Die Stadtkapelle feiert vom 6. his 8. September ihr 50jähriges Bestehen. 22 Gastkapellen sind eingeladen.

1955   Die Stadtkapelle ist 139 Tage im „Türkenlouisjahr" in Aktion.

1974   Bundespräsident Gustav Heinemann besucht Rastatt. Konzert in der Pagodenburganlage, Dirigent Stadtmusikdirektor Alfons Kirsch, Bundespräsident Gustav Heinemann mit Oberbürgermeister Prof. Dr. Richard Kunze

1975   Die Stadtkapelle tritt hei der Bundesgartenschau in Mannheim auf.

1977   75-Jahr-Feier der Stadtkapelle im Löwensaal

1983   Mitwirkung der Stadtkapelle am Sommernachtsfest im Schlosshof anlässlich des 250. Todestages der Markgräfin Franziska Sibylla Augusta.

1984   900-Jahr-Feier der Stadt Rastatt. Die Stadtkapelle ist bei den Feierlichkeiten das ganze Jahr über vertreten.

1985   Prinz Philipp von England kommt nach Rastatt. Die Stadtkapelle spielt zum Empfang vor dem Rathaus.

1987   Doppelkonzert der Stadtkapellen Steinbach und Rastatt anlässlich des 130jährigen Bestehens der Stadtkapelle Steinbach, Werner Haberstroh war zu diesem Zeitpunkt der Dirigent beider Kapellen.

1988   Landesturnfest in Rastatt verbunden mit dem Stadtfest.

1989   Zur Wiedereröffnung des Rastatter Schlosses gibt die Stadtkapelle ein Promenadenkonzert im Schlossgarten. Die Stadtkapelle spielt beim „Rastatter Tag" der Landesgartenschau in Ettlingen.

1990   Eröffnung der Badner Halle in Rastatt. Die Stadtkapelle spielt zur Eröffnung.

1991   Ein Flugzeug der Lufthansa wird in Stuttgart auf den Namen „Rastatt" getauft. Die Stadtkapelle ist bei den Feierlichkeiten musikalisch vertreten unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Pal Molnar.

1991   Die Stadtkapelle umrahmt musikalisch die Feierlichkeiten beim Richtfest des neuen    Montagewerkes von Mercedes-Benz.

1992   Die Stadtkapelle Rastatt feiert ihr 90jähriges Bestehen im Ehrenhof des Rastatter Schlosses.

1999   Teilnahme am Blasmusikfestival in Prag.

2002   Die Stadtkapelle feiert 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Mercedes-Benz- Kundencenter und mehreren Konzerten im Laufe des Jubiläumsjahres.

2015   Benefizkonzert im Rahmen der Konzertreihe "Baden schaut über den Rhein" im Kaiser- und Mariendom zu Speyer 


BNN